Entmaterialisierungen - Einschlüsse

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.


Der Begriff "Entmaterialisierungen" beziehungsweise "Einschlüsse" wurde für eine Technik gewählt, mit der Siegenthaler seit dem Jahr 1969 experimentierte.
Zunächst waren es kleinere Gegenstände wie Glasperlen, Blumen oder Nägel, später gösser dimensionierte Dinge wie Werkzeuge, Plastikpüppchen, Lismetes (Strickzeug) oder sogar Wagenräder, die er ins Papierblatt einschloss und so deren ursprüngliche Materialität verfremdete. Somit war der Schritt hin zu einer freien Papierkunst, die anfänglich reliefhafte, später objekthafte Einschlussarbeiten entstehen liess, getan. Durch bildhafte Arrangements entstanden Kompositionen mit symbolischer Aussagekraft, die sich dem Betrachter manchmal erst durch den Titel erschliessen, z.B. Coming for to carry me home, Der Verklemmte oder Kopflose Soldaten beim Stechschritt.
Eine Besonderheit stellen Eiseneinschlüsse dar. Hierbei beginnt das vom Papierbrei befeuchtete Material im Verlauf der Trockenphase zu rosten. Das Objekt verändert sich und erhält aus sich heraus eine nicht zu beeinflussende Färbung. Die Korrosion ist also nicht nur ein künstlicher Alterungsprozess, sondern bewirkt hier auch eine Wesensveränderung des eingeschlossenen Gegenstands.